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Angst in der Stahlbranche vor noch kürzeren Rohstoffverträgen

Angst in der Stahlbranche vor noch kürzeren Rohstoffverträgen

Angst in der Stahlbranche vor noch kürzeren Rohstoffverträgen wächst. Stahlbranche wächst die Sorge vor noch kürzeren Laufzeiten der Rohstoffverträge. "Das lehnen wir ab", sagte der Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, bei einer Branchenkonferenz des "Handelsblatts" am Dienstag in Düsseldorf. In Asien drängen die Bergbaukonzerne derzeit dem Vernehmen nach auf nur noch monatliche Preisbindungen. "Ich hoffe, dass das nur Gerüchte sind", sagte der Verbandschef. Die Branche befürchtet, dass durch kürzere Preisbindungen ihre Planungssicherheit schwindet. Auch der größte deutsche Stahlhersteller ThyssenKrupp lehnt die erneute Verkürzung der Preisbindung für Eisenerz und Kokskohle ab. "Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie wir mit so einem Schwachsinn umgehen sollen", sagte Jost Massenberg vom Vorstand der europäischen Stahlsparte. "Ich mag mir ein monatliches Geschachere gar nicht vorstellen." Die maßgeblichen Verträge zwischen Bergbau- und Stahlbranche werden in Asien ausgehandelt und dann in der Regel weltweit übernommen. Erst im vergangenen Jahr hatten die Minenbetreiber ein Quartalssystem bei Eisenerz und Kokskohle durchgesetzt und damit damit die seit Jahrzehnten praktizierten Jahrespreise abgeschafft. Die Rohstoffförderer wollen mit den kürzeren Bindungsfristen von den rapide steigenden Preisen profitieren. Nur mit Mühe konnten die Stahlkonzerne die Verträge mit ihren Kunden entsprechend umstellen. Die Rohstoffknappheit wird nach Ansicht von Branchenexperten noch länger andauern. Frühestens Mitte des Jahrzehnts sei eine Entspannung zu erwarten, sagte ThyssenKrupp-Manager Massenberg. Der Stahlexperte der Beratungsgesellschaft PwC, Erwin Bronk, rechnet sogar erst ab 2020 damit, dass Angebot und Nachfrage auf dem Rohstoffmarkt wieder in eine Balance kommen. Solange werde es dauern, bis die Förderkapazitäten so weit ausgebaut seien, um den ständig steigenden Bedarf bedienen zu können. Einer PwC-Studie zufolge wird die jährliche globale Stahlproduktion bis 2020 um fast eine Milliarde auf 2,3 Milliarden Tonnen zulegen. Erst danach dürfte sich das Wachstum abschwächen. "Die Stahlproduktion ist kurzfristig zwar stark von Konjunkturschwankungen abhängig. Mittelfristig sorgen die weltwirtschaftlichen Mega-Trends der Urbanisierung und Industrialisierung der Schwellenländer jedoch für einen massiven Nachfrageanstieg", sagte Bronk. Die Preise für die für Stahl wichtigen Rohstoffe Eisenerz und Kokskohle sind seit dem Ende der Wirtschaftskrise wieder schnell angestiegen. "Wir sehen neue Höchststände in diesem Jahr auf uns zukommen", sagte Massenberg. Erschwerend für die Rohstoffeinkäufer kam zuletzt hinzu, dass die Kohleförderung in Australien durch die verheerenden Überschwemmungen eingeschränkt ist. Das hat nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl den Spotmarktpreis für Kokskohle allein im Januar um 55 Prozent steigen lassen. "Wir erwarten aber keine grundsätzlichen Versorgungsengpässe", erklärte Kerkhoff. "Die steigenden Preise müssen wir an unsere Kunden weitergeben", sagte Massenberg. Er gab sich optimistisch, dass dies angesichts der guten Wirtschaftslage auch gelinge. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl rechnet in Deutschland mit einem Zuwachs der Stahlproduktion von 2 Prozent auf 44,5 Millionen Tonnen. Im vergangenen Jahr gab es einen Zuwachs von 34 Prozent, mit dem der Einbruch während der Wirtschaftskrise zu einem Großteil aufgeholt wurde. Nach einem "kraftvollen Jahresauftakt" habe sich die Stimmung in der Branche zuletzt weiter verbessert, erklärte Verbandschef Kerkhoff: "Unsere Prognose enthält Luft nach oben."

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Montag, 21. Februar 2011

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