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Chinas Stahlindustrie sieht schwierigen Zeiten entgegen

Chinas Stahlindustrie sieht schwierigen Zeiten entgegen

Chinas Stahlindustrie sieht schwierigen Zeiten entgegen. Die Stahlwalzwerke der Volksrepublik verdienen immer weniger, da die Nachfrage sinkt und die Materialpreise steigen. Manche sehen sich sogar gezwungen, die Produktion zu drosseln, um zu überleben. Chinas Walzwerke werden sich im dritten Quartal einer schwierigen Situation gegenübersehen, da die Produktpreise fallen und die Rohmaterialkosten steigen. Dies zwinge viele dazu, die Produktion zu verlangsamen oder Wartungsarbeiten auf die schwierige Zeit zu verlegen, wie führende Branchenexperten am Montag erklärten. Die Baoshan Iron and Steel Corporation (Baosteel), der größte börsengelistete Stahlhersteller der Volksrepublik, musste die Preise jüngst erstmals seit acht Monaten senken. Grund dafür waren die schlechteren Aussichten in den Abnehmerbranchen wegen der neuen Regierungsregulationen. "Manche Stahlwalzwerke sind bereits nur knapp vor der Verlustzone. Sie werden ihre Produktion verlangsamen oder zu Wartungszwecken anhalten müssen, wenn die Preise weiter fallen", erklärte Zhang Lin, Analyst des Beijinger Lange Steel Information Centers. Baosteel senkt Preise massiv. Baosteel senkte die Julipreise für warm gewalzte Produkte um 300 Yuan (37 Euro) pro Tonne und die Preise für kalt gewalzte Produkte um 500 Yuan (61,7 Euro) pro Tonne. Die Preise für automatisch kalt gewalzte Stahle wurden sogar um 1000 Yuan pro Tonne gesenkt, wie die Firma verkündete. Warm gewalzter Stahl wird demnach mit 4942 Yuan (610 Euro) pro Tonne rund 9 Prozent weniger als im Vormonat kosten, die Preisabschläge für kalt gewalzte Rollen könnten sogar über zehn Prozent liegen. Die chinesischen Walzwerke begannen im Juni mit dem Zurückfahren der Preise nach dem Frühlingsfest, was auf eine Marktkorrektur auf Grund schwacher Nachfrage schließen lässt. "Wir haben mit Bestellungsrückgängen in Abnehmerbranchen wie der Autoindustrie, dem Schiffsbau und der Immobilienbranche zu kämpfen", erzählte Zhang. Die schwachen Autoverkäufe im Mai und die tiefere Autoproduktion in den letzten beiden Monaten führten zu einem Bestellungsrückgang. Im April erreichten die Stahlpreise in China den höchsten Wert seit letztem August. Doch die Preise sind rückläufig, seit die Zentralregierung Wirtschaftsregulationen zur Kontrolle der Immobilienpreise erlassen hat. Die meisten großen Walzwerke hoben davor die Produktpreise an, um die durch das Quartalspreissystem gestiegenen Eisenerzkosten auf die Abnehmer abzuwälzen. Die steigenden Erzpreise zwangen die Stahlfirmen damals dazu, die wachsenden Produktionskosten an die Abnehmer weiter zu geben, um den Rückgang ihrer Gewinnmarge einzugrenzen. Das neue Preissystem, welches am 1. April in Kraft trat, führte dazu, dass die drei großen internationalen Stahlkonzerne über 108,3 Euro pro Tonne Eisenerz im zweiten Quartal erhielten – fast das Doppelte des Fixpreises von letztem Jahr. Jüngsten Berichten zufolge werden die Eisenerzpreise im dritten Quartal um 35 Prozent ansteigen.

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Samstag, 12. Juni 2010

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