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Optimismus in der deutschen Stahlindustrie

Optimismus in der deutschen Stahlindustrie

Optimismus in der deutschen Stahlindustrie. Die Stahlindustrie in Deutschland mit ihren Branchenführern ThyssenKrupp und Salzgitter blickt dank der weltweit anziehenden Konjunktur zunehmend optimistisch in die Zukunft. "Die Erholung hat sich fortgesetzt", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Montag auf der Hannover Messe. Der Verband präzisierte seine Prognose für die Rohstahlproduktion in Deutschland. Diese werde 2010 um etwa 15 Prozent auf rund 38 Millionen Tonnen zulegen. Bislang hatten die Unternehmen ein Plus von zehn bis 15 Prozent anvisiert. 2009 hatten die Stahlkocher in Folge der Wirtschaftskrise die schwersten Einbrüche seit Jahrzehnten hinnehmen müssen. Die Rohstahlproduktion in Deutschland fiel um 28 Prozent auf knapp 33 Millionen Tonnen. Wegen der Flaute bei wichtigen Abnehmern wie Automobilindustrie und Maschinenbau waren die Anlagen zeitweise gerade mal zur Hälfte ausgelastet. Sechs von 15 Hochöfen waren stillgelegt, inzwischen sind bis auf einen alle wieder in Betrieb. "Die Lage der Kundenbranchen der Stahlindustrie in Deutschland hat sich stabilisiert", sagte Kerkhoff. So werde etwa in der Automobilindustrie der Rückgang des Inlandsabsatzes durch bessere Exportmöglichkeiten überkompensiert. Die deutsche Stahlindustrie setzt etwa ein Drittel ihrer Produkte in der Automobilindustrie ab. Rohstoffpreise explodieren. Sorge bereiten der Schwerindustrie die explodierenden Rohstoffkosten. Eisenerzriesen wie Vale, BHP Billiton und Rio Tinto fordern Preiserhöhungen von 100 Prozent. Zudem wollen sie die Preise nur noch für drei Monate festlegen und nicht für ein Jahr. Damit können die Rohstoffriesen, die rund 70 Prozent des Welthandels kontrollieren, die Preise an den in den vergangenen Monaten deutlich gestiegenen Spotmarktpreisen anpassen. Kerkhoff zufolge drohen der Stahlindustrie in Deutschland dadurch jährliche Mehrkosten von drei Milliarden Euro. Der Bundesverband der Industrie (BDI) hat wegen der explodierenden Rohstoffkosten vor einer Gefahr für den Aufschwung gewarnt. Arbeitnehmervertreter sehen Zehntausende Arbeitsplätze bedroht. Am Donnerstag wollen Stahlbeschäftigte, darunter Mitarbeiter von ThyssenKrupp, in Duisburg und Brüssel gegen die Kostenexplosion auf die Straße gehen.

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Mittwoch, 28. April 2010

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