Stahl von Salzgitter wird teurer
Stahl von Salzgitter wird teurer. Schlechte Nachricht für die Kunden von Salzgitter. Der Stahlkonzern will die Preise erhöhen. Damit versucht Salgitter, die gestiegenen Kosten für Erz, Kohle und Schrott weiterzugeben. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter will wegen der gestiegenen Rohstoffkosten seine Preise deutlich erhöhen. Im zweiten und dritten Quartal seien die Kosten für den Einkauf von Erz, Kohle und Schrott um rund 190 Euro pro Tonne Stahl gestiegen, sagte Konzernchef Wolfgang Leese am Dienstag am Rande der Hannover Messe. Nach einer Erhöhung der Spotmarkt-Stahlpreise um bis zu 80 Euro zum zweiten Quartal seien daher weitere Preisschritte um rund 110 Euro zum dritten Quartal nötig, sagte Leese. Zudem liefen Gesprächen mit Kunden wie den Autobauern über kürzere Laufzeiten von Stahl-Lieferverträgen. "Wir müssen zusammen mit unseren Kunden überlegen, wie wir überleben können." Hintergrund ist, dass die großen Erzminenbetreiber vor kurzem angekündigt haben, von den Einjahresverträgen zu einer quartalsweisen Preisfestsetzung zu wechseln. Damit wollen die Erzlieferanten eine engere Anbindung der Preise langfristiger Lieferverträge an den Spotmarkt herstellen. Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Bain zeigt die Erfahrung in anderen Rohstoffmärkten, dass das mittlere Preisniveau beim Übergang von der langfristigen zur kurzfristigen Preisbildung ansteigt. Am Spotmarkt gehandelte Rohstoffe verteuerten sich durch Hedging um rund zwei bis fünf Prozent, erklärte Bain. Um die gestiegene Nachfrage zu decken, will Salzgitter voraussichtlich im Juli einen im Zuge der Absatzkrise des Vorjahres stillgelegten Hochofen wieder anfahren. Das zu Jahresbeginn registrierte, überraschend hohe Niveau der Auftragseingänge setze sich beim ThyssenKrupp-Rivalen im zweiten Quartal fort, sagte Leese. "Es sieht nicht so aus, als ob eine Abschwächung kommt." Der koreanische Konkurrent Posco hatte kürzlich gewarnt, die Erholung der Branche könne zum Jahresende wegen steigender Kosten und einer weltweit strengere Geldpolitik an Schwung verlieren. Salzgitter ließ offen, ob die Jahresziele angesichts der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten zu halten sind. "Wir werden die Prognose überarbeiten - aber in welche Richtung, ist noch unklar", sagte Leese. "Die Entwicklung im vierten Quartal wird erst im August absehbar.
