USA schockieren die Stahlrosthersteller von China
USA schockieren die Stahlrosthersteller von China.
Das US-Handelsdepartment kündete am Dienstag kombinierte Importzölle von bis zu mehr als 200 Prozent für Stahlroste aus China an. Stahlroste werden in der Baubranche benötigt, wenn man zwei oder mehr Querverstrebungen miteinander verbindet und finden in Industriebauten, Docks, Rampen, Abflussdeckel, Treppenhäusern, Bahnsteigen, Brücken, Liften und andern Orts Verwendung. Die US-Regelung folgt einer Serie von protektionistischen Maßnahmen gegen chinesische Stahlprodukte dieses Jahr. Die Zölle werden die Exportpläne mancher chinesischer Stahlhersteller durchkreuzen, sodass einem Teil von ihnen sogar der Bankrott droht. Am letzten chinesisch-amerikanischen Wirtschaftsdialog in Peking kamen hohe Politiker beider Länder überein, keinen Handelsprotektionismus mehr zuzulassen und waren sich einig über die strikte Einhaltung der Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Schutz einheimischer Industrien. Die Zölle wurden erhoben, nachdem das US-Handelsdepartment eine einjährige Untersuchung von Klagen über Dumpingpreise bei importierten Stahlrosten aus China durchgeführt hatte. Es verfügte am Ende Antidumpingzölle zwischen 136,76 und 148,18 Prozent auf Stahlroste und ähnliche Produkte und erhob dann einen Ausgleichszoll von 62,46 Prozent, um die Subventionen der chinesischen Regierung aufzuheben. Yu Liangui, ein ranghoher Analyst der Shanghaier Beratungsfirma Mysteel, erklärte: „Auch wenn Chinas Exporte von Stahlrosten in die USA nicht hoch sind, schaden derartige Strafmassnahmen der Stahlindustrie des Landes noch mehr. Chinas Stahlproduzenten verlieren das Vertrauen in Amerika und verschieben ihren Fokus lieber auf andere Märkte.
Im Jahr 2008 exportierte China bereits Stahlroste im Wert von 74,3 Millionen Euro, während es im Jahr 2006 erst 7,3 Millionen Euro waren. Die Exporte sanken letztes Jahr jedoch auf 12,5 Millionen Euro, da die Nachfrage in den USA durch die Finanzkrise eingebrochen war. Letztes Jahr ersuchten viele amerikanische Hersteller wie die Alabama Metal Industries Corporation und Fisher and Ludlow das Handelsministerium um Intervention im Markt. Die US Außenhandelskommission wird im Juli dann die finale Regelung veröffentlichen, die entscheiden wird, ob Zölle gegen die chinesischen Firmen erhoben werden.
Die USA führten dieses Jahr bereits zahlreiche Handelsbeschränkungen gegen chinesische Stahlproduzenten für Produkte wie nahtlose Stahlröhren für Ölsonden und Stahldrähte ein. Alleine die Handelsstreitigkeiten um die Stahlröhren dürften Chinas Exporte um 2,2 Milliarden Euro pro Jahr schmälern. „Chinas Stahlhersteller hoffen nicht groß auf den US-Markt und senken ihre Exporte“, erzählte Yu. Am Montag erklärte die WTO, dass sie drei Tage lang Chinas Handelspolitik unter die Lupe nähme – das dritte Mal, seit das Land der Organisation beigetreten war. Yi Xiaozhun, Vizehandelsminister, erklärte, dass China sich auf sein Ziel konzentriert habe, Zölle zu reduzieren und Handelsprotektionismus zu bekämpfen. Unglücklicherweise sei die Volksrepublik jedoch in den letzten beiden Jahren zum Hauptziel und zum größten Opfer von Handelsprotektionismus geworden, erklärte er.
