Weltstahlproduktion im Juni leicht gesunken
Weltstahlproduktion im Juni leicht gesunken.
Die weltweite Stahlproduktion ist im Juni leicht gesunken. Die Unternehmen stellten insgesamt knapp 119 Millionen Tonnen Rohstahl her, wie die Weltstahlorganisation am Dienstag in Brüssel mitteilte. Das waren 4,5 Prozent weniger als im Mai, aber 18 Prozent mehr als im krisenbedingt schwachen Vorjahresmonat. In den vergangenen Wochen hatten die Stahlkocher bereits große Probleme, erhoffte Preiserhöhungen bei ihren Kunden durchzusetzen. Branchenvertreter hatten zuletzt immer wieder bemängelt, dass viele Unternehmen ihre Produktion nach dem Ende der globalen Wirtschaftskrise zu schnell wieder hochgefahren hätten. Das Stahlangebot war daher höher als die Nachfrage, zumal viele Kunden ihre Vorräte inzwischen wieder aufgefüllt haben.
In Deutschland sank die Stahlproduktion im Juni um 5,5 Prozent im Vergleich zum Mai. Mit 3,9 Millionen Tonnen lag sie aber 53,4 Prozent über dem Wert von Juni 2009. Mit Abstand größter Stahlproduzent ist weiter China. Dort produzierten die Hütten 53,8 Millionen Tonnen - rund 4,5 Prozent weniger als im Mai, aber 9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In den USA entstanden 7,2 Millionen Tonnen Stahl, zwei Drittel mehr als vor einem Jahr und etwa soviel wie im Mai.
Den Zahlen zufolge hat die globale Stahlbranche die Krise abgehakt. In den ersten sechs Monaten zusammen lag die globale Produktion sogar wieder gut 7 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2007. Allerdings geht dieser Zuwachs nach Verbandsangaben fast allein auf das Konto von China. In Europa, Nordamerika und Russland hingegen liegt sie noch 15 Prozent unter den alten Werten.
